Montag, 11. Februar 2019

Retromoppeds jetzt auch fürs Gelände

Retromoppeds jetzt auch fürs Gelände

Die Älteren unter uns kennen sie noch, Yamaha XT500, die eigentliche Urenduro. Die noch Älteren kannten auch die Epoche davor. Die Zeit als die Hersteller ihren Straßenmaschinen bessere und höhere Federn verpassten und damit die Leute auch ins Gelände konnten. Ursprünglich nicht für die zivile Gesellschaft erdacht, sondern für den 2. Weltkrieg, entstanden Maschinen die so ins Gelände konnten. Freilich noch mit viel Gewicht und die Bodenfreiheit war auch nicht das Wahre. Doch damals ging es auch noch gemächlicher zu. 
Honda Scrambler 1970 (Quelle moto.catamarcainfo.com)

Scrambler nannten die Briten es. Ich weiß nicht ob es einen deutschen Begriff dafür gab. Jedenfalls tauchte der Begriff und solch eine Motorradgattung vor einigen Jahren bei Triumph wieder auf, als diese (sehr weit vorausschauend) eine Scrambler auf den Markt warfen. Gut, Triumph hat schon seit dem Neustart im letzten Jahrtausend ein Auge auf den Retromarkt. Die Engländer waren schon vor der Retrowelle eben retro.

So richtig in Schwung kam diese Gattung aber mit erscheinen der Ducati Scrambler. Die Form ist eine Mischung zwischen XT500 und der Scrambler von Triumph. 
Ducati Scrambler (quelle scramblerducati.com)
Was aber nun bei den Händlern steht, ist eher eine ausgewachsene XT500, aber eben von Triumph mit dem Namen Srambler 1200 XE. Das X steht seit jeher für "Cross" und "E" deutet auf Enduro hin. Das manch Hersteller auch schon mal die Buchtstaben "XT" bei anderen Gattungen verwendet, trägt nicht gerade zur Klarheit bei. 

Und warum Yamaha nie selbst über eine Retroenduro in dieser Form nachgedacht bzw. in Aussicht gestellt hat, wissen wir nicht genau. Wie schon bei der Supertenere und dieses Jahr erscheinenden Tenere, scheinen sie Trends einfach ewig zu verschlafen. Die Tenere und Yamaha Freunde jammern in Europa schon Jahrzehnte ohne Erfolg....Vielleicht sind Musikinstrumente und Außenbordmotoren doch gewinnbringender als Moppeds...wer weiß?
Yamaha XT500 (quelle motorradonline.de)

Zurück zur 1200XE. Mehr Federwege als eine KTM 1290 Adventure, das soll eine Scrambler sein? Ja sie sieht echt cool aus, richtig oldschool, fühlt sich beim Probesitzen auch so an. Nichts erscheint zuviel. Die Verarbeitung der Maschine ist Triumph-Like top. Schweißnähte sind sauber gezogen, die Verschraubung erscheint wertig. Das Cockpit reduziert und Plastik kaum zu finden. Blech bleibt Blech. Retro eben. Wie gesagt XT500 Feeling und mega hoch. Leute unter 1,80m werden Probleme haben die Füße auf den Boden zu bekommen. Hauptständer und Scheibe fehlen (als Zubehör für fettes Geld erhältlich).


Triumph Scrambler 1200XE (Quelle Moppedblog Stuttgart)
Wie man liest, wollen sie mit den Teil auch an Rally`s teilnehmen. Das was wir gesehen haben lässt keine Zweifel offen, dass dies klappt ohne sich zu blamieren. 

Fahren konnten wir sie noch nicht, weil noch nicht angemeldet. Aber in Kürze. Ihr könnt ja mal posten wenn ihr schon eine Gelegenheit hattet, wie es war.

Tja, da war dann noch der Preis. Knapp 16.000 Ocken rufen sie auf. Es scheint als ob das weglassen von Plastik einen Aufschlag kostet. 






























Freitag, 14. September 2018

Hunderte Motorrädern mit illegalen Reifen unterwegs


Hunderte Motorrädern mit illegalen Reifen unterwegs

Was für ein Sommer! Immer noch hält eines der für Motorradfahrer besten Jahre an, fast kein Regen, somit trockene Straßen und trockene Offroadstrecken für viele Kilometer.
Insbesondere für die Offroadfraktion und denen welche gerne grobstollig unterwegs sind, tauchte Anfang des Jahres ein Problem auf, über das so gut wie nie ausführlich berichtet wurde.

Gemeint ist das Thema Reifen und Speedindex.  Innerhalb der EU wurde zum Anfang des Jahres einheitlich geregelt, dass Reifen deren Speedindex niedriger angegeben ist, als in den Zulassungspapieren der Motorräder eingetragen, nicht mehr genutzt bzw. auf öffentlichen Straßen und Wegen gefahren  werden dürfen.
Für die meisten Straßenmotorräder kein Problem; Ob eine ZZR oder eine R1,  Metzler, Michelin und Co bieten eine einigermaßen breite Auswahl mit entsprechend hohem Speedindex an.

Was ist der Speedindex und wo ist der auf Reifen ersichtlich?
Das dies ziemlich gut auf www.Motorradonline.de beschrieben ist, hier ein Auszug:

Ein Reifen zeigt auf seiner Seitenwand eine Menge Informationen über sich, z. B. seine Größe, seine Bauart, seine zulässige Höchstgeschwindigkeit (Speedindex, engl.), seinen Lastindex und sein Alter an.




Größe, Tragfähigkeit und Geschwindigkeit
Was also bedeutet zum Beispiel die Zeichenfolge  160/60 ZR 17 M/C (69W), genau?

Die erste Zahl 160 bezeichnet die Reifenbreite in Millimetern, früher waren auch Zoll-Angaben üblich. Die Zahl nach dem Schrägstrich 60 gibt das Verhältnis von Höhe zu Breite in Prozent an: 60 Prozent von 160 mm bedeuten also 96 mm Höhe.

Bei Reifen mit Radialkarkasse und obligatorischem Gürtel (sogenannte Radialreifen) folgt ein R, dem ein Z für die Zulassung über 240 km/h voranstehen kann.

Bei einem Reifen mit Diagonalkarkasse ohne Gürtel ("Diagonalreifen") stünde stattdessen ein Bindestrich. Reifen mit Diagonalkarkasse und Gürtel ("Diagonalgürtel­reifen") kennzeichnet an dieser Stelle ein B (wie "belt", englisch für Gürtel).

Die nächste Zahl, im Bsp.  17,  ist der Felgendurchmesser in Zoll.
M/C zeigt an, dass es sich um einen Motorradreifen handelt.

Die folgende Ziffernangabe ist der Lastindex: Je höher die Zahl, desto mehr Last kann der Reifen tragen. Die 69 steht für eine maximal zulässige Last von 325 kg.

Der letzte Buchstabe, hier W, gibt die zulässige Geschwindigkeit [Speedindex] an; der Reifen ist also für 270 km/h zugelassen.

Geschwindigkeitscodes bei Reifen
Im Einzelnen bedeuten die Buchstaben, die die zulässige Geschwindigkeit codieren:
J = 100 km/h - K = 110 km/h - L = 120 km/h - M = 130 km/h
N =140 km/h - P = 150 km/h - Q = 160 km/h - R = 170 km/h
S = 180 km/h - T= 190 km/h - U = 200 km/h - H = 210 km/h
V = 240 km/h - W=270 km/h - Y = 300 km/h

Ein Reifen muss für die in den Fahrzeugpapieren eingetragene Höchstgeschwindigkeit + 10 % geeignet sein.

Ein  Motorrad, das laut Fahrzeugpapieren 185 km/h erreichen kann, braucht also Reifen mit dem Geschwindigkeitsindex H oder höher (185 x 1,1 = 203,5).

Auszug ENDE

Werbefoto Continental.com


Wieso sind nun plötzlich Hunderte illegal unterwegs?

Nun, das betrifft, wie oben gesagt, die Grobstöller. D.h. meist die großen Adventure Brummer wie BMW GS oder KTM 1190 u.a.

Es gibt für diese Bikes nämlich nicht immer geeignete Offroadreifen, welche dem Speedindex entsprechen. Bis Ende 2017 gab es in Deutschland (und nur in Deutschland!) die Möglichkeit auch einen Reifen mit niedrigerem Speedindex zu fahren als in den Papieren angegeben. Dazu musste der Reifen die M+S (Matsch und Schnee) tragen und zusammen mit einem  Aufkleber mit der Angabe der zugelassenen Höchstgeschwindigkeit des Reifens im Sichtfeld des Fahrers, also neben dem Tacho o.ä. angebracht werden. Das war bisher eine Gesetzeslücke mit Winterreifen beim Motorrad. (Eine gute und genaue Beschreibung hierzu ist zu finden unter dem Link https://www.mopedreifen.de/News/WICHTIGE-ÄNDERUNG-StVZO-ab-2018-für-Motorräder.html?id=24


Doch seit Anfang des Jahres ist es damit passé. Es gilt noch ein Bestandsschutz (Nur in D!) für Reifen mit dem Produktionsjahr 2017 (bis maximal 2024). Mit den Reifen aus 2017 kann zusammen mit dem Aufkleber noch gefahren werden. Wohl gemerkt: Nur in Deutschland. Wer in Italien erwischt wird, hat Pech. Beschlagnahme, Strafe etc. können die Folge sein.  Und durch die Rennleitung im Ausland kann sehr wohl deutsche Fahrzeugscheine lesen.

Die Reifenhersteller haben reagiert: Sie produzieren dieses Jahr munter Reifen mit Produktionsjahr 2017! Unglaublich? Frag mal bei den Händlern nach...(siehe auch Link oben)

Die Motorradhersteller reagierten  z.T. auch: So wurde die neue KTM 1290 Adventure werksseitig auf 220 Vmax gedrosselt. Die 1190er Vorgängerin nicht (<240). Offenbar sind die Reifenhersteller nicht gewillt offroad Reifen mit höherem Speedindex zu „backen“.

Merkwürdig ist auch, das auf Hersteller Events das Thema kaum bekannt ist; So fuhren dieses Jahr zum KTM Offroad Event auf Sardinien einige hunderte Adventure Brummer mit ihren illegalen Offroadreifen oder ließen sich diese vor Ort aufziehen. Nach unseren Infos gab es keine Kontrollen deshalb vor Ort. Die Italienfahrer unter uns kennen aber die zunehmende Strenge (oder Geldgier des Staates ?) der Carabinieri.

Fazit

Jeder ist selbst verantwortlich für die Betriebserlaubnis seines Moppeds. Nur sollte man sich echt ausführlich über die Sachlage informieren. Manch Händler macht bei diesem Thema „große Augen“.

Diffuse Rechtslage
Dieser Artikel erhebt nun keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder absolute Aktualität, den es ist weder bei Herstellern der Reifen, noch bei den Motorradherstellern oder von EU und deren Kommissionen etwa Schriftliches zu erhalten, das man im Zweifel einem Polizisten zeigen könnte.

Sofern unter der Leserschaft aktuellere Infos belegbar vorliegen, so sendet diese bitte ein, wir erweitern den Artikel gerne.  Denn auch uns ist daran gelegen mehr Rechtssicherheit zu erlangen (abgesehen von der eigenen Sicherheit).





Mittwoch, 31. Januar 2018

Öl fürs Mopped - wie geschmiert











In der Ausgabe der Motorrad (09/2016) wurde ein Sonderblatt "Der große Ölratgeber" beigelegt. (auch online ein Artikel dazu: Motorradonline Motoröl Test )

Die Infos im Sonderblatt sind hilfreich und informativ. Dennoch sind die wichtigsten Erkenntnisse diese:

Kipp nicht irgendein Öl in dein Mopped! Es ist egal ob du ein Mopped aus dem letzten Jahrtausend oder ein neueres hast. Die verfügbaren Öle sind mittlerweile derart spezifiziert, das der Blick ins Betriebshandbuch oder ins Internet (z.B. Foren oder Herstellerseiten) notwendig ist, um das richtige Öl für dein Bike zu finden. Themen sind Motorverschleiß und auch Kosten. Das richtige Öl kommt nicht nur von einem Hersteller. Die meisten Öle für dein Bike kannst du bei verschiedenen Herstellern bekommen. Und du musst dafür nicht 30 Euro pro Liter bezahlen.

Hier ein paar links zu Ölherstellern, wo man sein passendes Öl finden kann:

Liquimoly
Castrol
Fuchs Öle
Motul Öl
Total Öle  (Diese Seite ist etwas mühevoll zu bedienen)

auch die Filialisten wie Louis oder Polo bieten Öl mit eigener Hausmarke an. Letztenendes sind die Spezifikationen ausschlaggebend und dann der Preis.

Ich habe recheriert und dabei die technischen Infos zu den Spezifikationen zusammengefasst. Wen es nun interessiert, der liest weiter. Alle anderen kommen auch mit den Infos von "Motorrad"gut klar.

Übrigends: Die Öle sind untereinander mischbar. Möglichst nur Öle mit gleicher Spezifikation mischen; Wenn es nicht anders geht, bevor du in der Wüste liegen bleibst, kipp irgendein Motoröl zum auffüllen mit rein. Danach ist dann aber zügig ein Ölwechsel fällig um den Verschleiß in Grenzen zu halten!


API Klassifikation für Benzinmotoren:

SN (aktuell hochwertigste Norm)
Seit Oktober 2010 für Fahrzeuge ab 2011 und älter. Höhere Anforderung gegen Ablagerungen am Kolben bei Hochtemperatur, bessere Kontrolle gegenüber Schlammbildung und Dichtungsverträglichkeit.


SM
Aktuell Für Motoren ab 2005. API SM Oele zeichnen sich durch einen verbesserten Oxidationsschutz, geringere Ablagerungs-Neigung, besseren Verschleissschutz und höhere treibstoffsparende Eigenschaften aus.

Weitere (absteigend) Normen:

SL Für Motoren ab Jahrgang 2001.
SJ Für Motoren ab Jahrgang 1997.
SH 1994. Nur Änderungen bei Motortests.
SG Für Motoren ab Jahrgang 1989.
SF Für Motoren ab Jahrgang 1980.
SE Für Motoren ab Jahrgang 1972.
SD Für Motoren ab Jahrgang 1968.
SC Für Motoren ab Jahrgang 1964.
SB Veraltet Minimale Verschleissschutzanforderungen.
SA Veraltet Keine Performence Anforderungen. Nicht addivierte Mineralöele.

Vorsichtig sollte man also sein in ein älteres Mopped API SN oder neuer zu verwenden, nicht das ich glaube, das gleich der Motor Hops geht, aber die neuen Motoren sind eben mit moderneren Legierungen aufgebaut; Speziell moderne Hochleistungsmotoren sind so aufgebaut. Ich denke der Verschleiß könnte bei alten Motoren höher sein.

Als Ergänzung hier noch einmal die SAE Tabelle zur Erklärung was das im Zusammenhang bedeutet (mehr dazu und sehr interessantes zu Ölen findet man in Wikipedia, wirklich fundierter Artikel).

Bei der Benennung von Mehrbereichsölen wird immer zuerst die geringste Viskosität (Niedrigtemperatur-Viskosität) genannt und dann, nach einem Bindestrich (der als „bis“ verstanden werden soll, aber in der Regel nicht mit ausgesprochen wird), die höchste Viskosität (Hochtemperatur-Viskosität). Diese Öle müssen die Anforderungen der SAE J300 beider Viskositätsklassen erfüllen. Beispiele:

Mehrbereichsöl Niedrigtemperatur-Viskosität Hochtemperatur-Viskosität
SAE 0W-40 SAE 0W SAE 40
SAE 10W-60 SAE 10W SAE 60
SAE 20W-60 SAE 20W SAE 60
SAE 15W-40 SAE 15W SAE 40
SAE 20W-50 SAE 20W SAE
Somit wird schon klar warum wir in den Kisten im Hochtemp Bereich mind. 50 benötigen.

In der weiteren Erläuterung des Artikels wird dann auch klar das je höher die Spanne zwischen Niedrigtemp Bereich und Hochtemp Bereich liegt, desto schneller verschleißt das Öl, sprich es verliert an Viskosität. Z. B. beim Polo Vollsynth. Öl SAE 5W-50 ist der Verschleiß höher als bei einem 15W-50. Damit stellt sich die Frage, ob man dann an richtiger Stelle gespart hat.

Die JASO Norm ist noch so eine Komponente, welche aber aus meiner Sicht nicht viel aussagt:

JASO-Spezifikation

Diese japanische Organisation JASO (Japanese Automotive Standards Organization) gibt ebenfalls eigene Öl-Spezifikationen heraus. Wichtig sind die JASO-Spezifikationen für Zweitaktöle und die JASO-Spezifikation T 903 aus 1999. In dieser werden – aufbauend auf den API/ACEA-Spezifikationen – bestimmte Anforderungen für Otto-Viertakt-Motorradmotoren geprüft. Alle nach JASO T 903 geprüften Motorradöle müssen spezielle Schmierstoffeigenschaften erfüllen, die für Motorradmotoren mit integriertem Getriebe wichtig sind. Besonderes Augenmerk legt diese Prüfung auf Schergefälle (HTHS-Viskosität), Scher-, Verdampfungs- und Viskositätsstabilität bei hohen Temperaturen. Darüber hinaus werden spezielle Reibwertanforderungen geprüft, um festzustellen, welches Öl für Ölbadkupplungen geeignet ist. Danach bezeichnet die Klasse

JASO MA Öle mit hohem Reibwert, die für Ölbadkupplungen empfohlen werden und
JASO MB Öle mit niedrigem Reibwert, die für Ölbadkupplungen eher nicht eingesetzt werden sollten.

Klasse/Norm Bemerkung
JASO (T904) MA Motorradöl, 4-Takt-Motoren, geeignet für Ölbadkupplungen
JASO (T904) MA1 Motorradöl, 4-Takt-Motoren, geeignet für Ölbadkupplungen
JASO (T904) MA2 Motorradöl, 4-Takt-Motoren, geeignet für Ölbadkupplungen
JASO (T904) MB Motorradöl, 4-Takt-Motoren mit Trockenkupplung bzw. separat geschmiertem Getriebe

Ich möchte hier jetzt nicht mit Euch in eine Grundsatzdiskussion verfallen, jeder hat so seine eigene Philosophie mit dem Öl. Selbst die Hersteller geben z.T, unterschiedliche Auskünfte. Ich denke das große Problem ist die Vielfalt an Motoren und Ansprüchen. Im Grunde genommen müsste die Hersteller der Moppeds für jedes Modell ein eigenes Öl mit entsprechenden Versuchen, "bauen" lassen. Das wird wohl nie geschehen, die Kosten würden vermutlich zu hoch werden.

Nein, ich stelle dies hier rein, damit man einfach ein paar grundsätzliche Infos zu Ölen gewinnt. Welches man nun persönlich bevorzugt muss man am Ende dann selbst entscheiden.

Hinweis: Die oben gemachten Aussagen und Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen getroffen. Alle Infos haben wir selbst recheriert. Dennoch können wir keinesfalls eine Haftung für Schäden treffen, welche aufgrund unserer Aussagen ggfls. an deinem Mopped eingetreten sind. Im Zweifel wende dich an den Hersteller deines Krades.

Bildrechte und Quellen in diesem Artikel: motorradonline.de 

Dienstag, 31. Oktober 2017

Fakeshops Artikel in Motorrad 23/2017

Fakeshops...also Internetshops, die keine sind und nur auf Eure Kohle aus sind.
In der aktuellen Ausgabe der "Motorrad" wird hierüber am Beispiel des Zubehör (Klamotten, Handschuhe etc) Lieferanten Fa. Held berichtet.

Besonders vor Weihnachten eröffnen gerne solche Shops, welche absolut authentisch wirken. Nicht nur im Motorradsektor ist das so.

Im Artikel von Motorrad werden schon wertvolle Tipps gegeben, wie man solche Shops als Fake identifizieren kann.

Der Shop ozeanrudern.de, welcher im Artikel erwähnt wird, ist nach wie vor online und bietet z.B. AGV Helme zu ziemlich günstigen Preisen an.

Zu den erwähnten Tipps der Motorradredaktion kommt noch einer, der sicherlich einer der wichtigsten ist. Wenn du noch nie bei einem bestimmten Internethändler eingekauft hast, hilft vor dem bezahlen, kurz eine Frage an Google zu stellen. Z.B. "Erfahrungen mit www.ozeanrudern.de" Die Ergebnisliste in unserem Beispiel wird angeführt von Watchlist Internet: Fakeshops.

Aha. Schon überführt. Oftmals findet man auch bereits betroffene User, welche sich in Communitys zusammenschließen und entsprechend Auskünfte und Erfahrungen zu einem Shop liefern.
Warum ausgerechnet dieser Tipp nicht im Artikel von Motorrad aufgeführt ist (und letzten Endes zu diesem Post führte) liegt vermutlich an der Erfahrung der Redakteure. Wie schon öfters von uns kritisiert, unterschätzen Redakteure von Fachzeitschriften gerne die Macht und den Informationsgehalt von Communitys und Foren. Liegt vermutlich daran, das ihnen oftmals die Zeit fehlt, solche Themen internetweit zu recherchieren.

However, wir geben euch den Tipp dann gerne weiter; Checkt also Shops erstmal über das Netz selbst; so bleibt ihr hoffentlich vor Schaden bewahrt. Und wenn möglich zahlt nie per Überweisung. Nur per Paypal o.ä. oder Lastschrift. Auch Kreditkarte geht, denn bei diesen Zahlarten ist es möglich die Kohle zurück zu bekommen. Bei Überweisung wird es schwierig, wie auch der Motorradartikel richtigerweise beschreibt.


Mittwoch, 23. August 2017

E-Nummern an Zubehörteilen – die Fakten





E-Nummern (ECE) an Zubehörteilen – die Fakten


Analog zu den anhalten guten Verkaufszahlen der Motorradhersteller erlebt auch die Zubehörbranche einen Verkaufsboom.  Damit einher geht die Frage, ob man jedes Zubehörbauteil welches der Markt anbietet,  ohne weiteres am Motorrad angebauen bzw. ein Originalteil ersetzen kann – ohne mit der Rennleitung oder dem TÜV ins Gehege zu geraten.



Es gibt in der Tat Bauteile, welche man ohne Eintragung ersetzen darf. Dazu gehört erstaunlicherweise der Kupplungshebel; wohingegen der Bremshebel nur mit einer entsprechenden Typgenehmigung (E-Nummer) oder ABE (allgemeine Betriebserlaubnis) ausgetauscht werden darf. (Auf Einzelabnahmen, welche auch möglich sind, verzichten wir in diesem Artikel)
















Faktencheck:



E-Nummer, woher kommt die?
Das durch die Economic Commission for Europe (ECE) vereinbarte ECE-Prüfzeichen, auch als E-Kennzeichen, E-Kennzeichnung oder E-Kennung bezeichnet, ist eine Kennzeichnung von genehmigungspflichtigen Bauteilen an Kraftfahrzeugen. [wikipedia]
 

Die E-Nummer wird also laut Vereinbarung in der EU in jedem EU Land erstellt und von der zuständigen Behörde für genehmigungspflichtige Bauteile einmalig vergeben. (Bei uns vom KBA -Kraftfahrtbundesamt).



Was steckt hinter der E-Nummer?

Hinter der E-Nummer versteckt sich das Herstellungsland, die Type, die Typgenehmigung  und Hersteller-Codes. E1 ist z.B. Herstellungsland Deutschland.  E3 wäre Italien. (Eine Liste dazu gibt’s in Wikipedia).



Wenn ein Bauteil eine E-Nummer trägt, muss ich eine ABE mitführen?

Grundsätzlich NEIN, denn die Zulassungsfähigkeit  und die Typprüfung sind in der Nummer enthalten.

















Was ist mit Polizei / TÜV Kontrollen?

Polizei, TÜV und andere Behörden haben einen direkten Zugriff auf die Datenbank des KBA und können somit die Nummer überprüfen. 

Der Haken dabei: Es sind nur die deutschen E-Nummern hinterlegt. (Beginnend mit E1….für Deutschland. (Länderliste siehe Wikipedia)



Und was ist mir E-Nummern aus anderen Herstellungsländern?

Die meisten Polizisten und auch TÜV Prüfer akzeptieren auch ohne weitere Nachweise ein Zubehörteil mit einer E-Nummer aus anderen EU Ländern. Manchmal aber auch nicht. Da die Hersteller keine ABE haben, legen sie den Bauteilen gerne Schreiben bei, aus denen hervorgeht, das ihr Bauteil zu jeweiligen Mopped passt bzw. zugelassen ist. Es kann also ratsam sein, so eine Schreiben mitzuführen. Wer keins bekommen hat, sollte den Hersteller darum bitten.



Kann es bei einem Bauteil (z.B. ein Auspuff) trotz E-Nummer zum Erlöschen der Betriebserlaubnis kommen?

Ja.  Mit der Zeit werden z.B.  Zubehörauspufftöpfe gerne lauter. In einer Kontrolle oder beim TÜV kann dies bemängelt werden, wenn die Lautstärke über den Wert hinausgeht,  welcher hinter der E-Nummer hinterlegt ist bzw. den zulässigen Wert, welcher im Fahrzeugschein steht,  überschreitet.  









Kann ich die hinter einer E-Nummer hinterlegte Typ Genehmigung herausfinden?

Ja, dies geht für die deutschen Nummern telefonisch beim KBA. Für andere Länder müsste man bei der dortigen Behörde nachfragen; (Kenntnisse in der Landessprache sind von Vorteil;-)



E-Nummern und EURO Abgasnorm
Seit letztem Jahr, spätestens seit diesem Jahr, werden neue Motorradmodelle mit entsprechender Euro4 Abgasnorm zugelassen. D.h. fast immer, das Abgas- und Lautstärkewerte eines Auspuffs unterschiedlich ausfallen bzw. Unterschiede in der Typgenehmigung zu den Euro3 Modellen bestehen.  Nun sind beim TÜV Abgasuntersuchungen beim Motorrad relativ tolerant, mit jeder Euro Norm wird es aver strenger. Zu Problemen führt es, wenn ein baugleicher Topf (aber mit alter Euro3 Norm) ans Mopped geschraubt ist. Im Übrigen kommen derzeit etliche große Auspuffhersteller nicht hinterher Ihre neue Modelle homologieren zu lassen, denn die Verfahren sind um einiges aufwendiger geworden.