Samstag, 1. Juni 2019

Nun ist sie da: Die neue Yamaha Tenere 700 ( T7 )

Nun, nach lächerlichen'' zwanzig Jahren kommt die Nachfolgerin der 660.
An diesem Wochenende konnte man die T7 beim Touratech Travelevent Probefahren, anfassen und fotographieren.

Die Testmaschinen waren  Tage zuvor in den Händen der einschlägigen Fachjournalisten. 

Wer sich einen Eindruck im Fahrbetrieb verschaffen möchte, dem sei das Video von 1000ps.de empfohlen.

Wir verschafften uns auch eigene Eindrücke. 

Unser kurzes Resümee: Gelungen.

Für knapp 10.000 Ocken bekommt man eine Tenere welche schick aussieht. Uns hat am besten die Weiß - Rote gefallen, wobei die Blaue mit blauen Felgen(!) auch etwas hermacht. Die Mattschwarze ist nix für unseren Geschmack. Live sehen die Farben dann nochmal ganz anders aus als am Bildschirm.

Schwarzmatt: Sieht nur auf Bildern toll aus

Bereits im Ornat mit Koffern


Hoch ist sie geworden. Unter 1.75 geht's eher nicht. 1.80 bis 1.95 grosse Menschen passen super drauf.

Sound : Weder der Original noch der Akra (der äußerlich kaum eine andere Form hat) bringen coolen Sound raus. Die Zeiten des sonoren Bollerns sind wohl seit Euro 4 bei Akra auch vorbei. Der Originaltopf tut es allemal. Gut, es ist ein Zweizylinder. Doch eine Afrika Twin hört sich besser an.  


Klingt harmlos: Akra

Zum putzen: Abschrauben




























Bei genauerem Hinsehen wird auch klarer wo der relativ günstige Preis herkommt.

Hervorstehende Schrauben links und rechts oben am Tank. Versenkschrauben scheinen teuer zu sein.

Die seitliche Kunststoffabdeckung in mattschwarz zeigte bereits erhebliche Schleifspuren vom Stiefel bzw Hose. Das war bei allen zehn Maschinen links und rechts so.

Wie im 1000PS Video am Ende angemerkt, waren bei allen Maschinen die linke und rechte durchsichtige Verkleidung neben dem Windschild von innen verdreckt. In der Tat muss man die Teile beim putzen abschrauben. 



No Stahlflexleitung, just Gummi
Stahlflexschläuche sucht man vergebens.
Der Seitenständer ist aus Alu Druckguss. Hmm..

Die Sitzbank ist recht schmal und kurz ausgefallen. Also mit Sozia fahren ist eher nichts.

Das Originalwindschild ist zur Brustentlastung gut. Echter Winschutz wie an einer Reiseenduro gibt es nicht. Und wie es mit einem höheren Schild aussieht, das möchten wir uns wohl eher nicht vorstellen. Hübsch wirds bestimmt nicht.

Im 1000PS Video wurde mit der  Schlagzeile Tenere 700:

>>Definiert sie die Reiseenduro Mittelklasse neu?<<

geködert. Aus unserer Sicht ist das keine Reiseenduro sondern eine Enduro. Diese ganzen neuen Begriffe welche die Fachpresse oder die Marketingabteilungen der Hersteller erfinden sind manchmal echt daneben.
Mit der seeligen XT500 sind auch schon jede Menge vor 30 Jahren auf Reise gefahren. Kein Mensch würde bei einer XT von einer Reiseenduro sprechen.
 

Jedenfalls ist die T7 auf Offroad getrimmt und scheint sich gut im wilden Gefilde bewegen zu lassen.

Aludruckguss. Hoffentlich hälts!




















Im Strassentrimm sind die rund 70 PS dem einen oder anderen bestimmt zu mau. Obwohl der Twin schon in anderen Modellen wie der MT07 gute Dienste leistet.Das muss jeder selbst entscheiden.

Die Fachpresse lobt die neue T7 selbstverständlich über den '' grünen Klee''. Wie immer bei neuen Maschinen. Erst nächstes Jahr wird sich in den Foren zeigen welche Kinderkrankheiten die Tenere hat. Es ist allgemein bekannt das die Weiterentwicklung auch durch die Nutzung der Kunden betrieben wird. Leider.
Wer nun die Kiste im Internet bestellt hat, ohne Sichtung und Probefahrt dem ist nur zu wünschen das er mit der T7 zurecht kommt.

Gespannt sind wir auch auf die Verkaufszahlen in einem Jahr. Wird sie genauso einschlagen wie die AT? Preislich haben sie jedenfalls das getan wovon KTM Jünger bei der 790er Adventure geträumt haben.



Aufkleber nicht geplottert, nicht überlackiert



















Ein Bike unter 10K. Mit diesem Preis schlägt sie nicht nur
Abrieb an seitlichen Kunststoffteilen
KTM sondern auch gleich Honda mit der Africa Twin.
 

Und ganz sicher werden Vergleichstest zwischen den drei Marken mit diesen Modellen kommen. Hier wird der Hubraum die Vergleichsgrösse sein.

 


Jedenfalls hat Yamaha es nun endlich geschafft eine würdige Tenere zu bauen. Weshalb das solange gedauert hat, wissen nur die japanischen Götter.







Wenn Suzuki nun auch endlich mal aus dem ''Quark`` kommen würde, vielleicht doch mit einer neuen DR Big, wäre die Welt wieder ein Stück bunter. Orange dominiert nach wie vor, doch blauweißrot und nun weißrot würde auch das Gelb von Suzuki sicher gut tun.


Schicker Tankschutz

Standardkettenspanner an Kastenschwinge

Wartungsfreundlich für unterwegs








 
Höhenverstellbar: vorderer Kotflügel

Montag, 20. Mai 2019

Mopped fahren: Sinnloser CO² Ausstoß oder wo liegt die Zukunft?

In einer der letzten Ausgaben der "Motorwelt"-Zeitschrift des ADAC wurde ein Diagramm zum Ausstoß von CO² der einzelnen Verkehrsmittel pro gefahrenem Kilometer und Person veröffentlicht.

Das motorisierte Zweirad war (natürlich) nicht aufgeführt. Auch unsere Fachpresse hält sich mit dem Thema Umwelt und Co weitestgehend zurück. Es werden dann schon mal die werten motorradfahrenden Leser gefragt, wie sie zum Mopped mit E-Antrieb stehen. Das sind aus unserer Sicht "Versuchsbalons" welche dazu dienen die Stimmung und die Bereitschaft für solche Alternativen auszuloten.

Grafik: moppedblog | Stat Quellen siehe unten
Roß und Reiter nennt niemand 
Deswegen haben wir uns entschlossen, einmal in die Tiefe zu gehen. Es geht letztlich um eine Leidenschaft, eine Notwendigkeit oder Beides, welche uns Motorradfahrer antreibt. 

Wir liegen in der Mitte
Motorräder (mit Zulassungskennzeichen) haben im Schnitt einen CO² Ausstoß von 89 Gramm / gefahrenen Kilometer pro Person.(Stat.über alle Hubraumklassen) 
Mopeds und Roller (mit Versicherungskennzeichen) liegen mit einem CO² Ausstoß von 70 Gramm /KM/Person noch unter dem Schnitt von Linienbussen.

Sinnfreie Leidenschaft
4.400 000 zugelassene Motorräder beträgt der aktuelle Stand 2019 in Deutschland. 
Davon nutzen Umfragen zur Folge ca 35 % (Hauptsächlich die Klasse der 125er) das Motorrad für Fahrten zur Arbeit/Schule/Einkaufen etc. D.h. als notwendiges Verkehrsmittel.
Die restlichen 65% fahren "sinnfrei" aus Leidenschaft durch die Gegend und produzieren CO² ohne Notwendigkeit. 
Das ist freilich eine provokante Aussage. Weil diese Gruppe (dazu gehören auch wir) aus Spaß und Leidenschaft Motorrad fahren. Und wir hängen daran und möchten es nicht missen.

Kopf in den Sand stecken bringt rein gar nichts
Es nutzt nichts einfach so zu tun, als ob uns das Klima als vermeintlich "kleine Gruppe" nichts angeht. 
Änderungen werden auf uns zukommen. Und wir finden es weitaus sinnvoller uns mit dem Thema vorher auseinander zu setzen bevor wir von irgendwelchen Politikern und Paragraphenreitern per Gesetz in die Schranken verwiesen werden (wie es z.B. allenthalben mit Streckensperrungen geschieht).

Großstädte schieben bereits einen Riegel vor
Paris, London etc. haben bereits Gesetze erlassen, welche Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor die Einfahrt in ein paar Jahren gänzlich untersagen. 
Das dies offenbar mit der Sense über alle Fahrzeuggattungen geschieht, ist schlicht blinder Aktionismus.    
Zusätzlich zu den oben genannten Motorradzulassungen gibt es in Deutschland 2.000 000 Mopeds und Roller mit Versicherungskennzeichen. Diese werden zu 80% als notwendiges Verkehrsmittel für den täglichen Transport genutzt.
Die Pariser werden sich die Augen ausreiben wenn plötzlich alle die vorher mit den beliebten Rollern gefahren sind, die Metro nutzen. Die Kapazitäten hat weder Paris noch London im öffentlichen Nahverkehr.

Weniger CO² und weniger Feinstaub
Mopeds, Roller und Motorräder produzieren weniger CO² sowie weniger Feinstaub. Letzteres weil es nur zwei Reifen gibt und zudem schmäler sind (Reifenabrieb, Straßenbelastung und Abrieb), auch weniger Bremsstaub wegen der geringeren Gesamtmasse entsteht.

Was nun?  
Der Weg für das motorisierte Zweirad kann und muss von uns - und dazu gehören nicht nur die Zweiradfahrer, sondern auch die Fachpresse, die Hersteller, die Verkäufer, die Verbände und Clubs -  beeinflusst werden. Die Diskussion muss angeschoben werden, die Vorteile eines Zweirades muss den Politikern ernsthaft nahegebracht werden, damit Änderungen mit dem Ziel für ein besseres Klima mit uns entschieden werden und nicht über unsere Köpfe hinweg.

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Eine Mail mit linkverweis zu diesem Post haben wir an führende Redaktionen der Fachpresse gesendet
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statistische Quellen:
adac.de
motorradonline.de
kba.de
ivm-iv.de
carbonfootprint.com



Montag, 6. Mai 2019

Schlimme Offroad Biker im Wald - Aufruhr im Wald


ZDF Sendung Terra Xpress vom 05.05.2019

„Unbekannte haben rund 60 Hochsitze zerstört oder angesägt - mit zum Teil lebensgefährlichen Folgen für die Jäger. Andernorts stören immer wieder Motorradfahrer die Ruhe im Wald. "Terra Xpress" berichtet darüber, was im Wald erlaubt ist und was nicht.“

Gestern Abend strahlte das ZDF die Sendung „Terra Xpress“ (Ableger der Sendung Terra X) aus. Die Sendung ist in der ZDF Mediathek unter der Rubrik „Wissen“ angesiedelt.


Allerdings wird die Sendung zunehmend reißerischer.
In ziemlich aufwendigen Produktionen werden verschiedene Themen behandelt, welche besondere Gegebenheiten wie auch skandalöse Ereignisse – auch von Privatpersonen – beleuchten.
Bildergebnis für offroad im Wald motorradonline
Bildquelle: Motorradonline.de

Gestern Abend ging es um zwei Themen, welche sich in einem Waldstück zugetragen haben. Zum einen waren dort öfters Offroad Biker im Wald unterwegs und zum anderen wurden in dem Landkreis etliche Hochsitze der Jäger abgesägt. Die Berichterstattung erfolgte in nachgestellten Szenen, man sieht wie zwei Enduros durch den Wald fräsen und die Jäger mehrfach versuchen diese zu erwischen; Dann wird über die abgesägten Hochsitze berichtet, um dann am Ende wieder die Offroader zu zeigen; Einer davon wurde offenbar erwischt (der war dem Jäger dann auch noch aus dem eigenen Ort bekannt).
Der Biker gelobte Besserung und zur Entschuldigung verwies er auf fehlende legale Möglichkeiten seinen Offroad Sport auszuüben.

Zwei Dinge sind in dem Bericht als manipulativ und einseitig zu bemängeln:

  • Es wird der Eindruck erweckt, dass die Offroad Biker die Hochsitze abgesägt hatten (das wird zwar weder behauptet noch gezeigt, aber der Zusammenhang unterstellt, durch die wechselnden Themen in dem Beitrag). Das ist aber offenbar nicht bewiesen.
  • Warum die Biker den Wald „missbrauchen“ wird nur am Ende im Nebensatz erwähnt.

Dabei ist das ziemlich offensichtlich. Aber eben nur für Leute, die sich fürs Mopped- und auch Offroad-Fahren interessieren. Es ist verdammt schwer in Deutschland legal Offroad zu fahren. Noch nicht mal Wirtschaftswege (Feldwege) können genutzt werden. Eine legale Offroadstrecke z.B. auf einem Privatgrundstück bekommt man – nur unter abenteuerlichen Auflagen UND nach Behandlung etlicher Einsprüche, wenn überhaupt – genehmigt.

Die Redaktion unterlässt es leider – wir unterstellen, dass keiner der Redakteure sich ernsthaft mit dem Mopped Fahren auseinandersetzt, noch sich damit auskennt – die andere Seite zu beleuchten.

Ganz klar ist, das weder im Wald noch in Naturschutzgebieten ein Biker etwas zu suchen hat. Das ist absolut Tabu. (Man fragt sich aber auch wie es sich mit den ganzen E-Bikern auf Ihren Mountainbikes verhält, die ebenfalls durch Wald mit kaum weniger Geschwindigkeit fräsen??).

Für die Offroader verbleibt nur der Weg sich zusammen zu schließen und etwas zusammen mit den den Behörden auf die Beine zu stellen, damit für diesen Sport legale Möglichkeiten entstehen.

Was der ZDF Beitrag auch nicht aussagt: Gott sei Dank verhält sich die große Mehrheit unter den  Bikern anders.

Und wo genau nun die Rubrik „Wissen“ der Sendung einzuordnen ist, bleibt offen. Denn die Regeln im Wald müssen nicht erläutert werden, dazu gibt es Schilder und Schranken.

Nachtrag: Über das Presseportal bzw. der Emailadresse des ZDF wurde der Link zu unserem Post auch der Redaktion Terra xpress bekannt gemacht.

Montag, 18. März 2019

Klein aber fein

Manchmal überraschen einen die kleinen Dinge des Lebens.
So auch uns, als wir die 4 Stunden Sonne letzten Sonntag ausnutzten und zum Glemseck gefahren sind.

(Für alle dies es nicht kennen: Das Glemseck ist der Mopped-Treffpunkt in Stuttgart an der alten Solitude Rennstrecke- hier findet auch die jährliche openroad Messe "101" statt).

Das Glemseck ist bei schönem Wetter jeden Sonntag fast überfüllt, heuer war es überschaubar und das verhalf uns zu etwas kleines und feines zu entdecken


Eine Honda Dax (50er Version) mit Beiwagen. Die wird zwar keine "Wurscht vom Brot ziehen" wie im Schwabenländle sagt, aber der Konstrukteur tat alles um ein technisches Meisterwerk zu bauen. Die Konstruktion ist aus Edelstahl, der Beiwagen hat zwei unten liegende Federbeine, was sicher der Fahrdynamik geschuldet ist. Viel Platz ist freilich nicht im kleinen Boot. Aber der Showeffekt ist garantiert. Bewundernswert ist auch, dass er nicht einfach irgendwelche Stahlvierkant verbaut hat, er hat Edelstahlrohre in ordentlicher Stärke genommen. Das Boot sollte ein Gewicht von 100 KG locker vertragen.

Leider konnten wir das Gespann nicht im Fahrbetrieb, insbesondere mit "gefülltem" Beiwagen in Aktion sehen, aber beeindruckend, gelungen und hübsch sind auch Attribute die erwähnt werden sollen.

Das war nun unser kleiner Lichtblick zum sehr frühen Start der Saison.

Was kommt demnächst? Wir wollen uns der neuen Guzzi V85TT nähern bzw. diese genauer bei einer Probefahrt testen. Wie Suzuki, welcher dieser Tage die neue Katana in die Läden bringt, kommt mit der Guzzi VT85TT ein Retrobike auf den Markt, welches sich am Design der 80er Jahre orientiert. Es ist schon spannend ob weitere Motorrad Hersteller  anfangen das Thema Retro an die weiteren vergangenen Jahrzehnte (80er, 90er, 00) anzulehnen. 

Noch spannender wird zu sehen, ob die Rechnung aufgeht.

In diesem Sinne, bleibt in Schräglage! 

Montag, 11. Februar 2019

Retromoppeds jetzt auch fürs Gelände

Retromoppeds jetzt auch fürs Gelände

Die Älteren unter uns kennen sie noch, Yamaha XT500, die eigentliche Urenduro. Die noch Älteren kannten auch die Epoche davor. Die Zeit als die Hersteller ihren Straßenmaschinen bessere und höhere Federn verpassten und damit die Leute auch ins Gelände konnten. Ursprünglich nicht für die zivile Gesellschaft erdacht, sondern für den 2. Weltkrieg, entstanden Maschinen die so ins Gelände konnten. Freilich noch mit viel Gewicht und die Bodenfreiheit war auch nicht das Wahre. Doch damals ging es auch noch gemächlicher zu. 
Honda Scrambler 1970 (Quelle moto.catamarcainfo.com)

Scrambler nannten die Briten es. Ich weiß nicht ob es einen deutschen Begriff dafür gab. Jedenfalls tauchte der Begriff und solch eine Motorradgattung vor einigen Jahren bei Triumph wieder auf, als diese (sehr weit vorausschauend) eine Scrambler auf den Markt warfen. Gut, Triumph hat schon seit dem Neustart im letzten Jahrtausend ein Auge auf den Retromarkt. Die Engländer waren schon vor der Retrowelle eben retro.

So richtig in Schwung kam diese Gattung aber mit erscheinen der Ducati Scrambler. Die Form ist eine Mischung zwischen XT500 und der Scrambler von Triumph. 
Ducati Scrambler (quelle scramblerducati.com)
Was aber nun bei den Händlern steht, ist eher eine ausgewachsene XT500, aber eben von Triumph mit dem Namen Srambler 1200 XE. Das X steht seit jeher für "Cross" und "E" deutet auf Enduro hin. Das manch Hersteller auch schon mal die Buchtstaben "XT" bei anderen Gattungen verwendet, trägt nicht gerade zur Klarheit bei. 

Und warum Yamaha nie selbst über eine Retroenduro in dieser Form nachgedacht bzw. in Aussicht gestellt hat, wissen wir nicht genau. Wie schon bei der Supertenere und dieses Jahr erscheinenden Tenere, scheinen sie Trends einfach ewig zu verschlafen. Die Tenere und Yamaha Freunde jammern in Europa schon Jahrzehnte ohne Erfolg....Vielleicht sind Musikinstrumente und Außenbordmotoren doch gewinnbringender als Moppeds...wer weiß?
Yamaha XT500 (quelle motorradonline.de)

Zurück zur 1200XE. Mehr Federwege als eine KTM 1290 Adventure, das soll eine Scrambler sein? Ja sie sieht echt cool aus, richtig oldschool, fühlt sich beim Probesitzen auch so an. Nichts erscheint zuviel. Die Verarbeitung der Maschine ist Triumph-Like top. Schweißnähte sind sauber gezogen, die Verschraubung erscheint wertig. Das Cockpit reduziert und Plastik kaum zu finden. Blech bleibt Blech. Retro eben. Wie gesagt XT500 Feeling und mega hoch. Leute unter 1,80m werden Probleme haben die Füße auf den Boden zu bekommen. Hauptständer und Scheibe fehlen (als Zubehör für fettes Geld erhältlich).


Triumph Scrambler 1200XE (Quelle Moppedblog Stuttgart)
Wie man liest, wollen sie mit den Teil auch an Rally`s teilnehmen. Das was wir gesehen haben lässt keine Zweifel offen, dass dies klappt ohne sich zu blamieren. 

Fahren konnten wir sie noch nicht, weil noch nicht angemeldet. Aber in Kürze. Ihr könnt ja mal posten wenn ihr schon eine Gelegenheit hattet, wie es war.

Tja, da war dann noch der Preis. Knapp 16.000 Ocken rufen sie auf. Es scheint als ob das weglassen von Plastik einen Aufschlag kostet. 






























Freitag, 14. September 2018

Hunderte Motorrädern mit illegalen Reifen unterwegs


Hunderte Motorrädern mit illegalen Reifen unterwegs

Was für ein Sommer! Immer noch hält eines der für Motorradfahrer besten Jahre an, fast kein Regen, somit trockene Straßen und trockene Offroadstrecken für viele Kilometer.
Insbesondere für die Offroadfraktion und denen welche gerne grobstollig unterwegs sind, tauchte Anfang des Jahres ein Problem auf, über das so gut wie nie ausführlich berichtet wurde.

Gemeint ist das Thema Reifen und Speedindex.  Innerhalb der EU wurde zum Anfang des Jahres einheitlich geregelt, dass Reifen deren Speedindex niedriger angegeben ist, als in den Zulassungspapieren der Motorräder eingetragen, nicht mehr genutzt bzw. auf öffentlichen Straßen und Wegen gefahren  werden dürfen.
Für die meisten Straßenmotorräder kein Problem; Ob eine ZZR oder eine R1,  Metzler, Michelin und Co bieten eine einigermaßen breite Auswahl mit entsprechend hohem Speedindex an.

Was ist der Speedindex und wo ist der auf Reifen ersichtlich?
Das dies ziemlich gut auf www.Motorradonline.de beschrieben ist, hier ein Auszug:

Ein Reifen zeigt auf seiner Seitenwand eine Menge Informationen über sich, z. B. seine Größe, seine Bauart, seine zulässige Höchstgeschwindigkeit (Speedindex, engl.), seinen Lastindex und sein Alter an.




Größe, Tragfähigkeit und Geschwindigkeit
Was also bedeutet zum Beispiel die Zeichenfolge  160/60 ZR 17 M/C (69W), genau?

Die erste Zahl 160 bezeichnet die Reifenbreite in Millimetern, früher waren auch Zoll-Angaben üblich. Die Zahl nach dem Schrägstrich 60 gibt das Verhältnis von Höhe zu Breite in Prozent an: 60 Prozent von 160 mm bedeuten also 96 mm Höhe.

Bei Reifen mit Radialkarkasse und obligatorischem Gürtel (sogenannte Radialreifen) folgt ein R, dem ein Z für die Zulassung über 240 km/h voranstehen kann.

Bei einem Reifen mit Diagonalkarkasse ohne Gürtel ("Diagonalreifen") stünde stattdessen ein Bindestrich. Reifen mit Diagonalkarkasse und Gürtel ("Diagonalgürtel­reifen") kennzeichnet an dieser Stelle ein B (wie "belt", englisch für Gürtel).

Die nächste Zahl, im Bsp.  17,  ist der Felgendurchmesser in Zoll.
M/C zeigt an, dass es sich um einen Motorradreifen handelt.

Die folgende Ziffernangabe ist der Lastindex: Je höher die Zahl, desto mehr Last kann der Reifen tragen. Die 69 steht für eine maximal zulässige Last von 325 kg.

Der letzte Buchstabe, hier W, gibt die zulässige Geschwindigkeit [Speedindex] an; der Reifen ist also für 270 km/h zugelassen.

Geschwindigkeitscodes bei Reifen
Im Einzelnen bedeuten die Buchstaben, die die zulässige Geschwindigkeit codieren:
J = 100 km/h - K = 110 km/h - L = 120 km/h - M = 130 km/h
N =140 km/h - P = 150 km/h - Q = 160 km/h - R = 170 km/h
S = 180 km/h - T= 190 km/h - U = 200 km/h - H = 210 km/h
V = 240 km/h - W=270 km/h - Y = 300 km/h

Ein Reifen muss für die in den Fahrzeugpapieren eingetragene Höchstgeschwindigkeit + 10 % geeignet sein.

Ein  Motorrad, das laut Fahrzeugpapieren 185 km/h erreichen kann, braucht also Reifen mit dem Geschwindigkeitsindex H oder höher (185 x 1,1 = 203,5).

Auszug ENDE

Werbefoto Continental.com


Wieso sind nun plötzlich Hunderte illegal unterwegs?

Nun, das betrifft, wie oben gesagt, die Grobstöller. D.h. meist die großen Adventure Brummer wie BMW GS oder KTM 1190 u.a.

Es gibt für diese Bikes nämlich nicht immer geeignete Offroadreifen, welche dem Speedindex entsprechen. Bis Ende 2017 gab es in Deutschland (und nur in Deutschland!) die Möglichkeit auch einen Reifen mit niedrigerem Speedindex zu fahren als in den Papieren angegeben. Dazu musste der Reifen die M+S (Matsch und Schnee) tragen und zusammen mit einem  Aufkleber mit der Angabe der zugelassenen Höchstgeschwindigkeit des Reifens im Sichtfeld des Fahrers, also neben dem Tacho o.ä. angebracht werden. Das war bisher eine Gesetzeslücke mit Winterreifen beim Motorrad. (Eine gute und genaue Beschreibung hierzu ist zu finden unter dem Link https://www.mopedreifen.de/News/WICHTIGE-ÄNDERUNG-StVZO-ab-2018-für-Motorräder.html?id=24


Doch seit Anfang des Jahres ist es damit passé. Es gilt noch ein Bestandsschutz (Nur in D!) für Reifen mit dem Produktionsjahr 2017 (bis maximal 2024). Mit den Reifen aus 2017 kann zusammen mit dem Aufkleber noch gefahren werden. Wohl gemerkt: Nur in Deutschland. Wer in Italien erwischt wird, hat Pech. Beschlagnahme, Strafe etc. können die Folge sein.  Und durch die Rennleitung im Ausland kann sehr wohl deutsche Fahrzeugscheine lesen.

Die Reifenhersteller haben reagiert: Sie produzieren dieses Jahr munter Reifen mit Produktionsjahr 2017! Unglaublich? Frag mal bei den Händlern nach...(siehe auch Link oben)

Die Motorradhersteller reagierten  z.T. auch: So wurde die neue KTM 1290 Adventure werksseitig auf 220 Vmax gedrosselt. Die 1190er Vorgängerin nicht (<240). Offenbar sind die Reifenhersteller nicht gewillt offroad Reifen mit höherem Speedindex zu „backen“.

Merkwürdig ist auch, das auf Hersteller Events das Thema kaum bekannt ist; So fuhren dieses Jahr zum KTM Offroad Event auf Sardinien einige hunderte Adventure Brummer mit ihren illegalen Offroadreifen oder ließen sich diese vor Ort aufziehen. Nach unseren Infos gab es keine Kontrollen deshalb vor Ort. Die Italienfahrer unter uns kennen aber die zunehmende Strenge (oder Geldgier des Staates ?) der Carabinieri.

Fazit

Jeder ist selbst verantwortlich für die Betriebserlaubnis seines Moppeds. Nur sollte man sich echt ausführlich über die Sachlage informieren. Manch Händler macht bei diesem Thema „große Augen“.

Diffuse Rechtslage
Dieser Artikel erhebt nun keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder absolute Aktualität, den es ist weder bei Herstellern der Reifen, noch bei den Motorradherstellern oder von EU und deren Kommissionen etwa Schriftliches zu erhalten, das man im Zweifel einem Polizisten zeigen könnte.

Sofern unter der Leserschaft aktuellere Infos belegbar vorliegen, so sendet diese bitte ein, wir erweitern den Artikel gerne.  Denn auch uns ist daran gelegen mehr Rechtssicherheit zu erlangen (abgesehen von der eigenen Sicherheit).





Mittwoch, 31. Januar 2018

Öl fürs Mopped - wie geschmiert











In der Ausgabe der Motorrad (09/2016) wurde ein Sonderblatt "Der große Ölratgeber" beigelegt. (auch online ein Artikel dazu: Motorradonline Motoröl Test )

Die Infos im Sonderblatt sind hilfreich und informativ. Dennoch sind die wichtigsten Erkenntnisse diese:

Kipp nicht irgendein Öl in dein Mopped! Es ist egal ob du ein Mopped aus dem letzten Jahrtausend oder ein neueres hast. Die verfügbaren Öle sind mittlerweile derart spezifiziert, das der Blick ins Betriebshandbuch oder ins Internet (z.B. Foren oder Herstellerseiten) notwendig ist, um das richtige Öl für dein Bike zu finden. Themen sind Motorverschleiß und auch Kosten. Das richtige Öl kommt nicht nur von einem Hersteller. Die meisten Öle für dein Bike kannst du bei verschiedenen Herstellern bekommen. Und du musst dafür nicht 30 Euro pro Liter bezahlen.

Hier ein paar links zu Ölherstellern, wo man sein passendes Öl finden kann:

Liquimoly
Castrol
Fuchs Öle
Motul Öl
Total Öle  (Diese Seite ist etwas mühevoll zu bedienen)

auch die Filialisten wie Louis oder Polo bieten Öl mit eigener Hausmarke an. Letztenendes sind die Spezifikationen ausschlaggebend und dann der Preis.

Ich habe recheriert und dabei die technischen Infos zu den Spezifikationen zusammengefasst. Wen es nun interessiert, der liest weiter. Alle anderen kommen auch mit den Infos von "Motorrad"gut klar.

Übrigends: Die Öle sind untereinander mischbar. Möglichst nur Öle mit gleicher Spezifikation mischen; Wenn es nicht anders geht, bevor du in der Wüste liegen bleibst, kipp irgendein Motoröl zum auffüllen mit rein. Danach ist dann aber zügig ein Ölwechsel fällig um den Verschleiß in Grenzen zu halten!


API Klassifikation für Benzinmotoren:

SN (aktuell hochwertigste Norm)
Seit Oktober 2010 für Fahrzeuge ab 2011 und älter. Höhere Anforderung gegen Ablagerungen am Kolben bei Hochtemperatur, bessere Kontrolle gegenüber Schlammbildung und Dichtungsverträglichkeit.


SM
Aktuell Für Motoren ab 2005. API SM Oele zeichnen sich durch einen verbesserten Oxidationsschutz, geringere Ablagerungs-Neigung, besseren Verschleissschutz und höhere treibstoffsparende Eigenschaften aus.

Weitere (absteigend) Normen:

SL Für Motoren ab Jahrgang 2001.
SJ Für Motoren ab Jahrgang 1997.
SH 1994. Nur Änderungen bei Motortests.
SG Für Motoren ab Jahrgang 1989.
SF Für Motoren ab Jahrgang 1980.
SE Für Motoren ab Jahrgang 1972.
SD Für Motoren ab Jahrgang 1968.
SC Für Motoren ab Jahrgang 1964.
SB Veraltet Minimale Verschleissschutzanforderungen.
SA Veraltet Keine Performence Anforderungen. Nicht addivierte Mineralöele.

Vorsichtig sollte man also sein in ein älteres Mopped API SN oder neuer zu verwenden, nicht das ich glaube, das gleich der Motor Hops geht, aber die neuen Motoren sind eben mit moderneren Legierungen aufgebaut; Speziell moderne Hochleistungsmotoren sind so aufgebaut. Ich denke der Verschleiß könnte bei alten Motoren höher sein.

Als Ergänzung hier noch einmal die SAE Tabelle zur Erklärung was das im Zusammenhang bedeutet (mehr dazu und sehr interessantes zu Ölen findet man in Wikipedia, wirklich fundierter Artikel).

Bei der Benennung von Mehrbereichsölen wird immer zuerst die geringste Viskosität (Niedrigtemperatur-Viskosität) genannt und dann, nach einem Bindestrich (der als „bis“ verstanden werden soll, aber in der Regel nicht mit ausgesprochen wird), die höchste Viskosität (Hochtemperatur-Viskosität). Diese Öle müssen die Anforderungen der SAE J300 beider Viskositätsklassen erfüllen. Beispiele:

Mehrbereichsöl Niedrigtemperatur-Viskosität Hochtemperatur-Viskosität
SAE 0W-40 SAE 0W SAE 40
SAE 10W-60 SAE 10W SAE 60
SAE 20W-60 SAE 20W SAE 60
SAE 15W-40 SAE 15W SAE 40
SAE 20W-50 SAE 20W SAE
Somit wird schon klar warum wir in den Kisten im Hochtemp Bereich mind. 50 benötigen.

In der weiteren Erläuterung des Artikels wird dann auch klar das je höher die Spanne zwischen Niedrigtemp Bereich und Hochtemp Bereich liegt, desto schneller verschleißt das Öl, sprich es verliert an Viskosität. Z. B. beim Polo Vollsynth. Öl SAE 5W-50 ist der Verschleiß höher als bei einem 15W-50. Damit stellt sich die Frage, ob man dann an richtiger Stelle gespart hat.

Die JASO Norm ist noch so eine Komponente, welche aber aus meiner Sicht nicht viel aussagt:

JASO-Spezifikation

Diese japanische Organisation JASO (Japanese Automotive Standards Organization) gibt ebenfalls eigene Öl-Spezifikationen heraus. Wichtig sind die JASO-Spezifikationen für Zweitaktöle und die JASO-Spezifikation T 903 aus 1999. In dieser werden – aufbauend auf den API/ACEA-Spezifikationen – bestimmte Anforderungen für Otto-Viertakt-Motorradmotoren geprüft. Alle nach JASO T 903 geprüften Motorradöle müssen spezielle Schmierstoffeigenschaften erfüllen, die für Motorradmotoren mit integriertem Getriebe wichtig sind. Besonderes Augenmerk legt diese Prüfung auf Schergefälle (HTHS-Viskosität), Scher-, Verdampfungs- und Viskositätsstabilität bei hohen Temperaturen. Darüber hinaus werden spezielle Reibwertanforderungen geprüft, um festzustellen, welches Öl für Ölbadkupplungen geeignet ist. Danach bezeichnet die Klasse

JASO MA Öle mit hohem Reibwert, die für Ölbadkupplungen empfohlen werden und
JASO MB Öle mit niedrigem Reibwert, die für Ölbadkupplungen eher nicht eingesetzt werden sollten.

Klasse/Norm Bemerkung
JASO (T904) MA Motorradöl, 4-Takt-Motoren, geeignet für Ölbadkupplungen
JASO (T904) MA1 Motorradöl, 4-Takt-Motoren, geeignet für Ölbadkupplungen
JASO (T904) MA2 Motorradöl, 4-Takt-Motoren, geeignet für Ölbadkupplungen
JASO (T904) MB Motorradöl, 4-Takt-Motoren mit Trockenkupplung bzw. separat geschmiertem Getriebe

Ich möchte hier jetzt nicht mit Euch in eine Grundsatzdiskussion verfallen, jeder hat so seine eigene Philosophie mit dem Öl. Selbst die Hersteller geben z.T, unterschiedliche Auskünfte. Ich denke das große Problem ist die Vielfalt an Motoren und Ansprüchen. Im Grunde genommen müsste die Hersteller der Moppeds für jedes Modell ein eigenes Öl mit entsprechenden Versuchen, "bauen" lassen. Das wird wohl nie geschehen, die Kosten würden vermutlich zu hoch werden.

Nein, ich stelle dies hier rein, damit man einfach ein paar grundsätzliche Infos zu Ölen gewinnt. Welches man nun persönlich bevorzugt muss man am Ende dann selbst entscheiden.

Hinweis: Die oben gemachten Aussagen und Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen getroffen. Alle Infos haben wir selbst recheriert. Dennoch können wir keinesfalls eine Haftung für Schäden treffen, welche aufgrund unserer Aussagen ggfls. an deinem Mopped eingetreten sind. Im Zweifel wende dich an den Hersteller deines Krades.

Bildrechte und Quellen in diesem Artikel: motorradonline.de