Donnerstag, 10. November 2016

EICMA - neue Moppeds auf der Mailänder Messe

EICMA - neue Moppeds auf der Mailänder Messe

Einige Kollegen der schreibenden Zunft waren etwas enttäuscht über die derzeit auf der EICMA vorgestellten neuen Modelle. Richtige Sensationen konnten sie nicht ausmachen.

Dennoch gibt es einige neue Modelle wie auch Entwicklungen, die nun durch die Messe ans Tageslicht gebracht wurden. Und auch wenn es keine Sensationen sind, bemerkenswert sind sie allemal.

Eine Entwicklung die vor Jahren noch keiner so auf dem Schirm hatte: Downsizing. Sprich die Hersteller entwickeln nach Jahrzehnten der Abstinenz wieder neue Motorräder zwischen 125 und vor allem 300ccm. "Hauptsächlich für den asiatischen Markt" ist eine einhellige Kernaussage der Hersteller. Mittlerweile scheinen die Asiaten zu mehr Wohlstand gelangt zu sein, denn auch wenn die kleinen Moppeds uns relativ günstig erscheinen, so liegt das Durchschnittseinkommen in Asien einiges niedriger als in unseren Breitengraden. Aber Masse machts. 

Nicht GS80 sondern Urban GS neu 2017  B.Quelle BMW
KTM hat es in Europa vor Jahren vorgemacht, 125er, 200er, 390er, 690er...die anderen ziehen nun nach. Kawasaki bringt eine Versys X300 mit 39 PS, BMW gleich zwei 310er Modelle (nun auch als GS Variante), mit 30 PS und Suzuki präsentiert eine V-Strom 250. 

Auf dem Enduro Sektor regt sich nun auch wieder einiges.  BMW bringt ein Modell Namens "Urban", welches, wie auch schon andere,  Ableger der RnineT ist. Sie erinnert mit Ihrer Farbgebung und Aussehen ziemlich an die selige GS80. Es würde nicht wundern, wenn dieses Derivat die bessere Enduro aus dem Hause BMW ist. Auf jeden Fall muss der Einfallsreichtum der BMW Leute gelobt werden. Man darf gespannt sein, ob es noch mehr Zuwachs der RnineT  Familie geben wird. 


Neee, keine XT, sondern Ducati Desert..! B.Quelle:Ducati
Einen ähnlichen Weg schlägt Ducati ein. Die neu vorgestellte Scrambler Desert Sled" scheint doch einiges mehr an Offroad zu vertragen als die bisherige Scrambler. Auch hier wird in Baukasten Manier ein neues Mopped nach dem anderen präsentiert. 

Enfield auf Abwegen B.Quelle: Enfield
Die Inder mit Ihrer Enfield wagen sich nun auch mit einem Modell Himalayen in den Offroad Sektor. Warum sie dies erst jetzt tun ist eine ernsthafte Frage, denn wer die Straßen in Indien kennt, weiß das dies zu 90% Schotter- und Geländewege sind. Freilich werden sich viele Fragen wieviel Qualität in der Enfield Enduro steckt. Das wird sich sicher in Tests zeigen.

Honda stellt einen Prototypen vor. Eine abgespeckte Africa Twin, nun im Volloffroad Ornat.  Wer weiß ob sie damit nicht schon bei der kommenden Dakar mitfahren. Ambitionen KTM vom Offroad - Thron zu stoßen gibt es bei Honda ja schon seit ein paar Jahren.
Africa Twin "light" Concept B.Quelle:Honda

Last but not least, zeigt Yamaha einen Prototypen einer 700er Tenere. Noch heißt sie "T7".  Wie erwartet, mit dem Motor der MT07. Das bisherige Aussehen stark an die 660er Tenere angelehnt. Wobei zu vermuten ist, das sich das noch ändern wird. Selten sahen Serienmaschinen dann so aus wie Prototypen. Zu kaufen wird es sie vermutlich ab 2018 sein. 

Prototyp der neuen T(enere) 7  B.Quelle:Yamaha


Was sonst noch aufgefallen ist...

Die neuen 390er Duke hat nun auch einen geteilten Voll-LED Scheinwerfer wie die große 1290er, außerdem allerlei technische Spielereien wie Bluetooth Verbindungen. Gemacht für den Facebook-Nachwuchs.
Yamaha YSR designed by Abarth B.Quelle Yamaha


Yamaha stellt der auf der Kölner Messe vorgestellten XSR 900 nun noch ein Modell designd by Abarth (ja diejenigen welche seither 500er Fiats aufpolierten) zur Seite.  So richtig extravagant kommt sie dennoch nicht rüber...
Solo Mopped: Triumph Bobber  B.Quelle:Triumph

Triumph Bobber: Sie kommt tatsächlich mit dem Traktorsattel. Soziusplatz: Nada.
Irgendwie flat: Vitpilen. B.Quelle:Husqvarna

Husqvarna Vitpilen 401: Nun serienreif. Auf die Verkaufszahlen des extravaganten Bikes darf man sehr gespannt sein. 
Das Design geht weiter. Duke demnächst mit 790ccm B.Quelle: KTM

KTM bringt auch zeigt auch einen Prototypen: KTM 790 Duke. So hätte man viel eher eine 790er Adventure erwartet als eine Duke. Wird sicher noch kommen.
Forget Retro: Z900 2017 B.Quelle: Kawasaki

Kawasaki wartet mit einer neuen Z900 auf. Aber nix Retro. Vielmehr Hyper-Future.
Ab in die Pampa. Jetzt auch mit Roller. B.Quelle: Honda

Honda stellt einen Enduro Roller vor: Honda X-ADV. Mit der Technik des Integra-Rollers (745 ccm 55 PS); das Fahrzeug wird nur mit Honda`s Doppelkupplungsgetriebe DCT gebaut.

Teile und Design-Elemente der Africa Twin sind verbaut worden: verstellbares Windschild, konifizierter Lenker, Handprotektoren und das Cockpit erinnern an das Offroad-Modell.

Kein Unterschied zur großen Schwester. Multistrada 950 B.Quelle Ducati

Ducati betreibt ebenfalls downsizing: Multistrada 950 angetrieben vom Testastretta-Zweizylinder-Motor mit 937 cm³ mit 113 PS.

Es gibt noch einige Neuheiten mehr auf der EICMA zu sehen. Viele sind Weiterentwicklungen und manchmal ist auch lediglich die Euro 4 Norm als Neuerung zu sehen. Nichtsdestotrotz merkt man die anhaltende gute Konjunktur welche weltweit für Moppeds vorherrscht. Die Vielfalt und auch die Schlagzahl der Modellneuerungen ist größer geworden. Für eine bunte Welt. 

Montag, 17. Oktober 2016

Neue Serie: Interview mit Händlern über neue Modelle: Heute: KTM


In unserer kleinen und neuen Serie, interviewen wir die Mopped Markenhändler zu den Neuvorstellungen für 2017.

Heute sind wir zu Besuch bei KTM Stuttgart. Chef des Ladens ist der in Stuttgart ziemlich bekannte Pit. Seit ein paar Jahren schmeißt er mit Frau und kleinem Team ziemlich erfolgreich den noch relativ jungen Standort von KTM.


Chef im Ring: Pit
MB: Hi, Pit, schön das du uns kurz vor dem Urlaub noch ein Interview gibst. Kommen wir gleich zur Sache. Nachdem nun die Katze aus dem Sack ist oder besser gesagt, die neuen Modelle auf der Intermot in Köln vorgestellt wurden, interessiert uns natürlich nicht nur die Werbung oder die kommenden Testergebnisse, sondern vielmehr auch die Meinung der Händler. Die sollen die Maschinen schließlich an den Mann respektive Frau bringen.

Fangen wir mit der neuen 1090 an. Obwohl der Motor nach wie vor 1050 ccm groß ist, hat sich die Bezeichnung um 40ccm "erhöht". Weshab dann der neue Name?

Pit: Nun, das sind wohl hauptsächlich Marketingründe. KTM und auch andere Hersteller nehmen es mit den Bezeichnungen längst nicht mehr so genau und tatsächlichen Größen der Motoren sind lediglich Bezugsgrößen.

MB: Die 1090er kommt mit 125 PS. Heißt das nun, dass die bisherige 1050er sich auf die gleiche PS Leistung "aufmachen" lässt?

Pit: So einfach ist das nicht. Zunächst ist die 1050 nach Euro 3 homologiert und die neue 1050 nach Euro 4. Ob es vielleicht ein Softwareupdate dazu gibt, weiß ich noch nicht.

MB: Kann man nicht davon ausgehen, das es für 125 PS im Gegensatz zur 100 PS der Alten mehr Bedarf als ein Softwareupdate? Z.B. eine andere Nockenwelle? Zumal die neue einen zusätzlichen Ölkühler hat.

Pit: Wie gesagt, ich kann es heute noch nicht sagen. Auf der anderen Seite, glaube ich nicht, das Besitzer der 1050er nun quasi angeschmiert sind. Die Leistungsunterschiede werden die meisten gar nicht wahrnehmen. Zumal die 1050er auf den Leistungsprüfständen doch stets zwischen 105 und 108 PS abgab. Die 1050 bleibt ein klasse Bike mit tollem Motor und Fahrwerk. Sonst hätten wir kaum so einen Erfolg mit ihr gehabt.

MB: Die R Version (also Enduroversion mit 21 Zoll Speichenvorderrad) sieht aus, als ob sie die Verkleidungsteile der seeligen 1190er trägt...

Pit: Das sehe ich auch so. Ich habe aber noch keine auf dem Hof gehabt um das tatsächlich zu bestätigen.

MB: Was hälst du davon das die 1190er nun aus dem Programm fliegt?

Pit: Hm, da habe ich Liebhaber sportlicher Enduros schon auch ein weinendes Auge. Für den Verkauf ist es aber die vernüftigere Entscheidung. Die Modelle sind nun leistungsmäßig so dicht aneinander gerückt, dass es nur konsequent ist, diesen Schritt zu gehen. Zumal es nun von der 1090 wie auch der 1290 "R" Modelle geben wird. Wer auf elektronischen Schnickschnack verzichten möchte ist mit der 1090 sicher gut bedient. Die 1290 deckt da mit etlichen technischen Neuerungen den Komfort besser ab. Zumal der bärenstarke Motor nach wie vor eine Freude ist und dir das sprichwörtliche Grinsen aufs Gesicht zaubert.

MB: Bleiben wir bei der 1290er. Nachdem sich KTM im Jahr 2012 von der, sagen wir, vom gewöhnungsbedürftigen Design der 950/990er verabschiedet hatte und das Design der 1190er doch den meisten gefälliger erschien, kommt die neue 1290er nun mit dieser geteilten Lampenmaske daher. Ehrlich gesagt, beim ersten Bild, das wir gesehen haben, erinnerte uns das Design an die BMW Niere. Weshalb verlässt KTM nun schon wieder eine Design Linie? Bei den Duke Modellen entwickeln sie doch auch straight am bisherigen Design mit Erfolg weiter.

Pit: Zunächst muss man sagen, das die neue Lampemaske live besser aussieht als auf den Fotos. Die neue Lampe behinhaltet auch LED Licht und adaptives Kurvenlicht. Beides benötigt mehr Platz und Kühlung. Die alte Maske hat da nicht gepasst. Und seit wann ist KTM Mainstream? KTM hat schon immer polarisiert.

MB: Der Erfolg von KTM hält nun schon einige Jahre an. Denkst du mit den neuen Modellen trifft KTM weiterhin ins Schwarze?

Pit: Das denke ich sehr wohl. KTM baut in allen Modellen weiterhin super Motoren und Fahrwerke ein. Hinzu kommen nun die ganzen technischen Neuerungen. KTM ist in vielen Dingen Vorreiter. Siehe das Kuren ABS vor zwei Jahren. KTM baut auch nicht einfach eine BMW GS nach, wie man es bei anderen Marken den Eindruck hat (Anm. d. Redaktion: Pit spielt vermutlich auf die Triumph Tiger an).

MB: Also rundrum zufrieden?

Pit: Zufrieden ist man doch nie. Eine 390er Enduro mit dem Motor der 390er Duke würde m.E. noch eine Lücke schließen.

MB: Du meinst so etwas wie BMW es jetzt mit der G310 als Adventure Version auf den Markt bringen will?

Pit (lacht): Ja, so etwas aber bitte mit der Leistung der KTM. 30 PS, wie die neue BMW angekündigt ist, erscheint mit etwas mau...

MB: Es soll doch auch noch eine 800er Enduro von KTM geben. Wann wird diese kommen?

Pit: Wohl eher 2018. Auf der EICMA in Mailand im November diesen Jahres, soll ein Prototyp zu sehen sein...

MB: Hoffentlich ist es dann nicht zu spät. Es soll ja auch eine neue Yamaha Enduro gezeigt werden, welche den Motor der MT07 trägt...

Pit: Nun, wir sind uns einig, dass Yamaha den einstigen Enduro Olymp längst verlassen hat. KTM hingegen ist seit Jahrzehnten in dem Bereich führend.

MB: Wir kennen etliche XT und Tenere Fahrer, die schon lange auf einen adäquaten Nachfolger hoffen. Ähnlich wie die Afrika Twin Anhänger gewartet haben. Und die verkauft sich nun wie warme Semmeln.


Pit: Das stimmt. Die AT wurde natürlich auch mächtig von der Presse gepusht. Dennoch, am Ende zählt die Qualität und Leistung, sowie der Preis.

MB: Das ist wahr. Ich würde noch das Design hervorheben wollen. Man kauft doch auch aus dem Bauch herau schöne Dinge, u.a. Moppeds.

Pit: ...und nach der Probefahrt auch mit dem Grinsen im Gesicht....

MB: Was ist mit den "Joghurtbechern"? Wir haben den Eindruck, das auf den Straßen wieder mehr Speedmoppeds unterwegs sind. Sind die nicht längst tot? Oder kommt die Jugend wieder auf den Geschmack?

Pit: Tendenzen dahin sind momentan nicht vorhanden. Eine RC8 verkaufte bis dato eher verhalten. Das liegt sicher nicht an den Qualitäten. Nur sollte man das sportliche Segment nicht aus den Augen verlieren.

MB: Letzte Frage. Hält der Boom vom Umstieg von der 125er auf ein größeres Mopped weiter an?

Pit: Definitiv ja. Insbesondere auch die Frauen fahren weiterhin Mopped. Hier läuft unsere 390er Duke super.  Ist ja auch kein Wunder. Klein, leicht, stark wendig und echt günstig.

KTM Stuttgart
MB: Vielen Dank für deine Zeit. Wir wünschen dir ein schönen Urlaub und spätestens ein Wiedersehen auf der Motorrad Messe in Stuttgart im Februar 2017.














Sonntag, 9. Oktober 2016

Veterama Mannheim 09.10.16

Veterama in Mannheim - eine feste Größe in Sachen Oldtimer (Automobile & Motorräder)



Ursprünglich wollten wir diese Woche die INTERMOT in Köln besuchen. Aus verschiedenen Gründen war es uns diesmal der Besuch nicht möglich. Das ärgert ein wenig, auf der anderen Seite ist auch ärgerlich, dass auf der INERMOT nur ein Teil der neuen Moppeds für 2017 Premiere haben. Der andere Teil, hauptsächlich die Italiener, zeigen die Neuigkeiten erst im November auf der Mailänder Messe. Das Spiel läuft doch nun schon ein paar Jahre und so richtig glücklich macht das den neugierigen Motorradfahrer nicht.
Sei es drum. (Über die Neuheiten werden wir dann posten, wenn die Mailänder Messe vorüber ist)

Alternativ haben wir uns heute auf das Mannheimer Maimarktgelände begeben. Dort fand bis heute die Veterama Messe statt. Also das genau Gegenteil von Neu.

Die Oldie-Gemeinde stellte auf über 4.000 Quadratmeter alles aus, was irgendwie alt ist. Man konnte jede Menge Ersatzteile für Autos und Motorräder aus vergangenen Zeiten erwerben und natürlich auch komplett renovierte Automobile kaufen. Teilweise sehr beeindruckend.

Da das Wetter heute auch mitspielte, kamen auch viele Besucher auf den Platz. Dank der guten Organsiation des Veranstalters, kam nie Gedränge auf und jeder Besucher konnte sich "die Augen aus dem Kopf" schauen. Langweilig war es jedenfalls nie und mit manchem alten Mopped konnten wir uns "retromäßig" anfreunden.

Bilder sagen mehr als Worte, daher an dieser Stelle unsere Bilder zur Veterama 2016.

Öl für die Oldies by Östol

Schätzchen aus Italien

Das "Boot"


Schirm statt Gewehr

Oldtimer Fund aus Frankreich. Preis 19.000 €

Lederkette

Neckarsulm mit Lederkette

Nimbus...wunderschön


Kreative Folierung

Amis übertreiben immer

und das ist die Duc dazu...


Hier können auch Moppedfahrer nicht nein sagen


HD Rahmen von 1941 für 17 Tausend zu haben



Erinnert sich jemand an dieses Gefährt?










Wer nun Lust hat auch einmal die Veterama zu besuchen. Die nächste findet im Frühjahr 2017 statt.




Alle Bilder by moppedblog stuttgart/veterama Header by veterama.de

Mittwoch, 14. September 2016

Ist eine Schraube locker?

Schrauben. Obwohl wir das Gefühl haben, das immer weniger Biker selbst Hand am Motorrad anlegen, auf schwäbisch "selbst am Mopped schrauben", hier doch mal etwas über Schrauben und Muttern. Diese machen auch bei modernen Motorrädern den größten Teil aller Teile aus. Sprich, die halten zusammen was zusammen gehört. Und manchmal verabschieden sich auch welche ins "Nirwana".

Nun, die meist vertretene Art der Schrauben sind entweder Inbus (Innensechskant) oder ganz aktuell, Stern bzw. Torxschrauben. Beide Arten haben haben den Werkzeugansatz innen im Schraubenkopf liegen.
Innen Sternschraube

Inbus (Innensechskant) schraube
Im Gegensatz zu Maschinen- bzw. Schloßschrauben greift das Werkzeug innen und nicht außen am Schraubenkopf. Das ist erstens sicherer, weil man nicht wie mit einem Gabelschlüssel abrutschen kann, dabei vielleicht auch den Schraubenkopf vermurksen kann und zweitens sind die Schrauben platzsparender weil die Schraubenköpfe nicht so groß sind. Das ist natürlich gerade beim Motorrad wichtig, auf kleinstem Raum sind eben kleinere Schrauben nötig.

Aus welchem Material sind die Schrauben gefertigt?

In der Regel sind Schrauben und Muttern aus Stahl gefertigt. Neuerdings, z.B. bei KTM, werden Schrauben aus Aluminium verbaut.

Schrauben werden mit verschiedenen Größen und Längen eingesetzt. Es kommt darauf an was sie zusammenhalten sollen. Zudem werden sie mit verschiedenen Anzugsstärken verschraubt. Auch das ist abhängig von dem, was sie halten sollen. Die Hersteller geben die Anzugsstärke der Schrauben in NM (Newtonmeter) an. Dafür gibt es spezielle Drehmomentschlüssel, auf diesen lässt sich die benötigte Anzugskraft einstellen. Schrauben halten im Übrigen die meiste Kraft auf den ersten drei Gewindegängen. Die weiteren Gänge halten linear abwärts entsprechend weniger Kraft.

"Nach fest kommt ab"
Ein altes Schraubersprichwort. Dies besagt, das eine Schraube abreißt, wenn man sie zu fest anzieht.
Daher ist der oben erwähnte Drehmomentschlüssel ein wertvolles Werkzeug um dies zu verhindern.

Gibt es weichere und festere Schrauben?

Yo, die gibt es sehr wohl. Sehr viele Leute sitzen dem Irrtum auf, das Edelstahlschrauben die besten Schrauben sind, welche am Mopped verschraubt werden können.  Den Zahn muss ich leider ziehen. Sicher Edelstahl ist einer der härtesten Werkstoffe den wir kennen. Zumal noch rostfrei. Doch eben in der extremen Härte liegt auch das Problem. Sie sind auch spröde. D.h. Edelstahl hat kaum noch Flexibilität. Die ist aber notwendig, nicht nur beim anziehen, sondern auch beim halten. Schrauben sind auch Kräften ausgesetzt. Sei es heiß, kalt oder Fliehkräften (ich danke da an die Schrauben welche die Bremsscheiben halten). Wenn also die Schrauben zu spröde sind, reißen sie ab. Also Härte ist das eine, Flexibilität das andere Thema.

Stahlschrauben haben deshalb Güteangaben

Wer sich Schrauben einmal genauer ansieht, wird bemerken, dass auf den Schraubenköpfen kleine Zahlenangaben zu sehen sind. Z.B. 8.8
Gütebezeichnung auf Schrauben
Diese Angaben zeigen die Güte der Schraube an. Sprich, wie fest und flexibel sie sind. 8.8 Schrauben sind Standardstahlschrauben, welche den meisten Anforderungen am Mopped genügen. Damit macht man nichts falsch. Im Übrigen rosten diese nur schwer, weil sie nämlich Oberflächenbehandelt sind. (Zumindest aus deutscher Produktion)

Die Güte oder auch Festigkeitsklassen in für diese Schrauben sind: 3.6 / 4.6 / 4.8 / 5.6 / 6.6 / 6.9 / 8.8 / 10.9 / 12.9 / 14.9

14.9 ist dann die härteste Mischung. Aber eben auch das sprödeste. Am Mopped ist man mit 8.8 oder 10.9 Schrauben gut beraten. Die 8.8 Schrauben gibt es in jedem Baumarkt. Auch das Internet bietet eine große Auswahl, speziell wenn bestimmte Schrauben gesucht werden.

Was ist mit der Festigkeit von Aluminiumschrauben?

Das lässt sich nicht so einfach beantworten wie es bei Stahlschrauben der Fall ist. Aluschrauben werden im Fahrzeugbau zum großen Teil spezifisch hergestellt. D.h. das die Schrauben nach den Herstellervorgaben, also in den Punkten Länge, Einbautiefe, Kopfform, Flexibilität, Hitzebestädnigkeit, Reißfestigkeit etc, produziert werden.

Schrauber sollten also nicht einfach hergehen und am Mopped montierte Stahlschrauben gegen Aluschrauben austauschen. (Anders herum ist es dann meit kein Problem).

Kontaktkorrosion

Noch ein weiteres Problem kann bei der Verwendung von Stahl und Alu enstehen. Die sogenannte Kontaktkorrosion. Wenn z.b. eine Stahlschraube in einem Alu-Gewinde steckt kann das dazuführen, das sich die Stahlschraube nicht mehr drehen lässt. also "festgebacken" ist. Durch die unterschiedlichen Materialien ensteht relativ schnell eine (ungewollte) Korrosion, also feste Verbindung, da hilft manchmal nur noch ausbohren.

Gängige Schraubengrößen
Schrauben gibt es in verschiedenen Längen und Gewindedurchmessern. Die gängsten Durchmesser am Mopped sind M5, M6 und M8 Schrauben. Die Längen sind sehr unterschiedlich. Meist liegen diese zwischen 20 und 60mm.

Muttern
Nicht alle Schrauben werden in Gewinde am Mopped eingeschraubt. Manchmal bedarf es auch Muttern. Z.B. wenn ein Gepäckträger angeschraubt werden soll. Bei Muttern gibt es die gleichen Güteklassen wie bei den Schrauben.
Polystoppmutter 
Empfehlenswert sind selbstsichernde Muttern. Auch Polystoppmuttern genannt. Bei dieser Art sind Kunststoffringe im letzten Gewindegang der Mutter eingelassen. Dieser verhindert effektiv das sich Muttern selbstständig lösen können.

 


Bildquellen in diesem Beitrag: moppedblog stuttgart

Samstag, 3. September 2016

Spezial: Glemseck 101 2016

Spezial: Glemseck 101 2016

Für das große Spezial haben wir eine extra Seite gebaut.

Klickt hier: Glemseck 101 2016 Spezial

Weitere Fotostrecken findet ihr dann ab nächster Woche auf glemseck101.de



 Event: 101 auf dem Glemseck

Freitag, 2. September 2016

TV: Hauptsache laut. Panorama berichtet

Am 31.08.16 strahlte das Erste in der Sendung "Panorama" einen Bericht über laute Motorräder aus.

Unter Panorama verstehe ich einen Rundblick und Überblick über die Gegend und Landschaft. Im übertragenen Sinn sollte also ein Bericht einen neutralen Blick zu einer Sache bieten und liefern. Das war in der Sendung ganz anders. Ziemlich einseitig wurde auf die Biker drauf gehauen. Wir haben dann eine Mail an die Redaktion gesendet. Antwort kam bisher noch keine.

Hier der Link zum Bericht (steht nur eine gewisse Zeitlang beim NDR online)

http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2016/Hauptsache-es-droehnt-laute-Motorraeder-genervte-Anwohner,motorradlaerm126.html

Montag, 29. August 2016

Presse: Reinigungsmittel

Presse: Reinigungsmittel

Test Reinigungsmittel
Ausgabe (18/2016) >Motorrad<

Die Redaktion von Motorrad nahm, nach vielen Jahren,  einmal wieder die speziellen Motorradreiniger in den Test. Und fand dabei heraus, was in diversen Foren auch schon festgestellt wurde: Der in seiner Formel geänderte Reiniger S100 von Dr. Wack ist nicht mehr so toll wie früher. "Entäuschend" kommentiert der Redakteur. 
Bildquelle: Motorradonline.de

In der Tat, da nutzen wir S100 bald 30 Jahre, zahlten aus Überzeugung stets den höheren Preis (in Relation zu Konkurenzprodukten) und nun das. Ob das nun erhöhten Umweltauflagen geschuldet ist oder andere Gründe dafür vorliegen. Das ist im Grunde egal. Wir möchten den Reiniger einsprühen, wirken lassen und dann abdampfen. Danach muss es sauber sein und Flächen wie Kunststoff oder Metall dürfen nicht angegriffen werden. So wie es bisher mit dem alten S100 funktioniert hat. Man will Dr. Wack zurufen: Never change a running system...

Dienstag, 23. August 2016

Das LAUTEr TAL

Das Lautertal (das laute Tal)

Das Lautertal liegt auf der schwäbischen Alb. Vor ein paar Tagen berichtete das SWR Fernsehen über die sonntägliche Lärmbelästigung durch Motorräder. Wort wörtlich sprach die Moderatorin von den Bikern mit den "Höllenmaschinen". 

LINK: Die Höllenmaschinen im Lautertal - SWR TV 

Schon die Anmoderation erzeugt Stimmung. Fehlte nur noch das Wort "Rocker".  Im Bericht selbst wurde es dann relativiert. Zumindest bekamen nicht nur Anwohner, sondern auch Biker die Möglichkeit Ihre Meinung zum Lärm zu äußern.
Bildquelle: Tourenfahrer.de U.a.: Entlang der großen Lauter

Ja, die Moppeds haben generell zugenommen. Und Nein! Streckensperrungen helfen nur bedingt; denn fahren sie nicht im Lautertal, dann eben woanders.

Ja, guter Sound gehört auch zum Mopped. Und Nein! man muss nicht laut bollernd durch einen Ort fahren und schon gar nicht 50 Meter vor dem Ortsschild beschleunigen.

>>Es wird schon mit großen Schildern gewarnt: Gas weg, sonst Sperrung!<<




Als Ergbnisse solcher Aktionen gibt nicht nur mehr Kontrollen und Sperrungen, nein mittlerweile formiert sich eine größere Mehrheit gegen Motorradlärm und damit gegen das Motorrad fahren an sich. 

Z.B. Im Internet: motorradlaerm.de 

Dort werden sogenannte "Hotspots" des Lärm aufgeführt. Nur alleine BW):

Baden-Württemberg
70437 Stuttgart:
71083 Herrenberg:
71111 Waldenbuch:
71384 Weinstadt (Rems-Murr-Kreis):
71394 Kernen (Rems-Murr-Kreis):
71560 Sulzbach (an der Murr):
71566 Althütte (Rems-Murr-Kreis):
71577 Großerlach (Rems-Murr-Kreis):
71737 Kirchberg (Rems-Murr-Kreis):
72074 Tübingen:
72587 Römerstein-Donnstetten:
73252 Lenningen Hochwang:
73734 Esslingen:
73447 Oberkochen:
74245 Löwenstein:

74336 Brackenheim-Hausen:
74343 Sachsenheim Häfnerhaslach:

74405 Gaildorf:
76596 Forbach:
76597 Loffenau:
77656 Offenburg:
77694 Kehl:
78247 Randen:
78267 Aach:
78333 Stockach:
79410 Badenweiler:
79837 St. Blasien:
79674 Präg:
79674 Todtnau:
79713 Bad Säckingen:


Diese Orte dürften vielen Bikern bekannt vorkommen. Wäre übel wenn dort bzw. in deren Gegend Mopped fahren verboten wäre...

Wie also dem entgegen steuern? Es ist grundsätzlich traurig, das über solche Themen nicht auch in der einschlägigen Fachpresse regelmäßig berichtet wird. Was nützt den der xte Test eines hypermodernen Motorrades, wenn man nur noch auf der Autobahn damit fahren darf? 

Vielleicht sollte man die "lauten" Biker direkt ansprechen..? Aber wer Sonntags auf dem Glemseck auf der Leitplanke sitzt, der bewundert doch auch gerade die fetten Harley Jungs mit ihrem Grummelsound, nicht? Wer würde denn zu so einem hinlaufen und was sagen? 

Hm, nicht einfach. 
Zumindest auf eins können wir achten: Einfach gemächlich durch einen Ort tuckern und das Gas erst weit nach dem Ortsschild aufmachen...Oder???

Dienstag, 16. August 2016

Trend: Scrambler. Jetzt legt BMW nach

Trend: Scrambler. Jetzt legt BMW nach.

Mode ist schon ein schwer zu erklärendes Phänomen. Ob Schlaghosen aus den 70ern, Segelschuhe (sneakers) aus den 80ern oder Scrambler aus den 60ern, alles lebt irgendwie neu auf. 

Ältere unter uns erleben manche Modewellen bereits zum zweiten Mal in ihrem Leben.  Nicht immer steckt dahinter auch eine technische Weiterentwicklung. Wenn ich an die sneakers denke, dann fallen mir die 10 D-Mark Segelschuhe aus den 80ern ein, die wir damals tragen mussten. Sie waren halt günstig. Aber eigentlich mit ihren ungepolsterten Gummi-Sohlen kein Fußschmeichler. Heutige sneakers machen da keinen Unterschied, außer die Farben und die Markenlogo Aufdrucke stelle ich keine Weiterentwicklung fest.
Bildquelle: Ebay.ch Segelschuhe damals



Vor ein paar Jahren kam in der Motorradwelt die Retrowelle über uns. Ein regelrechter Hype nach schweren unverkleideten Moppeds wurde gezündet. Vielleicht war es einfach Zeit nach den ganzen Jahren mit Plastikverkleidungen. Ich denke aber, der Erfolg des Retro Styles liegt an den Älteren. Zunächst sind diese alle ein Stück bequemer und falten sich ungern in ein Sportmopped. Das hatten sie schon. Die schmerzenden Handgelenke konnten sie früher ertragen, heute droht Athrose.  

Da statistisch gesehen die Biker über 40
in der Mehrheit (bei Moppeds ab 250 ccm) sind, ist auch mehr Geld vorhanden. So bilden sie auch eine Marktmacht.

Diese "älteren" Biker erinnern sich natürlich nostalgisch verklärt an die gute alte Zeit, mit ihren guten alten Moppeds ohne Plastik. Das führt dann auch zur Nachfrage nach solchen "Retrobikes".

Angeschoben wurde der Hype auch von den vielen Umbauten, die allenthalben in der Presse und auf Messen gezeigt wurden. reduce to the max" will man sagen oder anders: Bau alles überflüssige weg, designe das Mopped so, das es old scool aussieht (wie früher eben), aber behalte die guten Fahrleistungen von heute.

Auch die Motorrad-Art Scrambler ist so ein Derivat aus dieser Welle. Man erinnert sich an den Schauspieler Steve McQueen welcher in den 60ern mit diversen Bikes (oft Triumph) durch Hollywood Streifen fuhr. Scrambler, vorläufer der Enduros, also Straßbikes mit Enduroreifen und besseren Federn, waren angesagt.

Bildquelle: selvedgeyard.com  Steve Mcqueen
Warum heute jemand grobstollig bereift auf Straßen fährt,ist nur dem origenelleren Aussehen geschuldet. Weil besser wird eine Scrambler auf Teer damit nicht. Eher im Gegenteil.

Erst Triumph, Moto Guzzi, dann Ducati, jetzt also BMW mit einer Scrambler (abgesehen von kleineren Herstellern und Bikschmieden).
Bildquelle:http://motorbikewriter.com

Wichtig festzustellen: Die BMW Scrambler kostet einiges weniger als die RnineT, welche als Vorlage herhalten musste. Wobei 13 Mille auch kein Schnäppchen darstellt. Das der luftgekühlte Boxer tatsächlich Euro 4 schafft, grenzt für mich an ein Wunder. Oder anders ausgedrückt: Entweder eine technische Meisterleistung oder ein Softwarebeschiss. Kennen wir ja schon.
Bildquelle: triumphmotorcycles.co.uk

Das Aussehen und der Nutzen

Ok, ich war noch nie ein Freund des BMW Designs. Noch jemals überzeugt vom Boxermotor. Beides war bei mir nicht oldscool sondern einfach: veraltet.

Als die RninT das erste Mal auf der Messe zu sehen war, war ich ehrlich über das Design überrascht. Es gefiel mir ziemlich gut. Für meine Größe ist das Bike etwas zu klein geraten, aber dennoch hübsch. Tja der Ü40 - Mainstream sah es genau so und kaufte das Teil in Massen.
Bildquelle Ducati.at

BMW will nun also noch mehr Biker überzeugen. Auch vom Preis. Ich glaube das wird nur zum Teil gelingen. Nämlich, alle die auf die nineT gespart haben, werden jetzt die Scrambler kaufen. Mit ihr soll man angeblich auch auf Reisen gehen können. Leute die nie ernsthaftes Interesse an der nineT hatten, werden auch die Scrambler nicht kaufen. 


Bildquelle: BMW.de / BMW Scrambler billiger als die RnineT

Was sagt die Jugend?
Die interessiert sich weitesgehend nicht für OldScool. Eine Wiederbelebung des Joghurtbecher ist bereits am laufen. Ich nenne das die Generation Duke. Die Jungs und Mädels wollen Manga Moppeds, mit Ecken und Kanten, bunt muss es sein. Und Power muß her. 

Bildquelle: Ebay.de / Motorrad - Manga


(Das brauchte ja jede Generation bisher). Da ist KTM ganz sicher mit von der Partie. Bei BMW sehe ich da im Moment nicht viel im Angebot, was in diese Richtung gelingt. Yamaha mit den günstigen MT Modellen ist da auch ganz gut dabei.

Jugend und Scrambler? Passt nicht. Lederkombis mit Markenaufnähern sind bei den Jungen hipp. Oder das andere Extrem: Chopper und Weste. Da hat dann Harley mehr zu bieten.



Spannend bleibt allemal die Frage wie es mit der Retrowelle weitergeht. im September ist ja die 101 auf dem Glemseck (Siehe oben rechts). Ein ganz typischer Ort für Oldscool und Retro-Designer und Umbauer. Wir werden sehen wie groß das Interesse an Retro noch ist. Individelle Umbauten bleiben so oder so immer ein Markt. Denn ein jeder singt das Lied "Ich hab etwas was du nicht hast...]


  

Montag, 8. August 2016

Pressekritik per Leserbrief: Recht hat er!

Recht hat er!

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift MOTORRAD,  Ausgabe 17/2016 wurde ein interessanter Leserbrief abgedruckt,  dem man nur zustimmen kann. 

In diese Kerbe sollten die jüngeren Redakteure der Fachzeitschriften schlagen!  

Gleichermaßen ist es auch erschreckend, wie wenig das Thema Frauen & Bikes in der Fachpresse zum tragen kommen. Wer aufmerksam unterwegs ist, wird feststellen, das die Frauenquote, welche selbst Mopped fährt, steigt. 

Sind also in den Redaktionen zu viele alte Säcke und vornehmlich Männer? Das wäre die Begründung für fehlende Themen. In der oben erwähnten Ausgabe der "Motorrad", welche als extra dicke Sommerausgabe zelebriert wird, findet man dann auch Berichte, wie der Chefredakteur mit einem 125er Roller über die Alpen fährt und elendlange Seiten über drei "Verrückte alte Säcke" welche mit alten Moppeds aus dem ehemaligen Ostblock eine Reise zu machen um festzustellen wie lange diese Möhren halten oder auch nicht....(gääähhnn). 

So sollten alle Redaktionen mit sich selbst in medias res gehen und darüber nachdenken wieviel Wald vor lauter Bäumen sie überhaupt noch sehen.

Sonst wird die Prophezeiung von Sebastian Faaß noch zur Realität.  Das wäre eine schreckliche Entwicklung.